Pinnwand mit Ergebnissen einer Gruppenarbeit und Personen im Hintergrund

Soziale Innovation im Mansfeld-Südharz: Aktuelle Einblicke und Entwicklungen

Seit dem Jahr 2022 widmen wir uns intensiv der Erforschung sozialer Innovationen in Mansfeld-Südharz (MSH) und der Akteure, die diese Innovationsform vorantreiben. Unsere Untersuchungsobjekte haben sich von anfänglich sieben Projekten* auf mittlerweile 26 erweitert, die allesamt auf sozial innovativen Ideen basieren oder durch ihre sozial innovative Handlungsweise hervorstechen.

Zu sehen ist ein Balkendiagramm, das die Anzahl sozial innovativer Ideen und Projekte in Mansfeld-Südharz vor 2022, im Jahr 2022 und im Jahr 2023 abbildet. Vor 2022 waren es sieben Projekte, im Jahr 2022 19 Projekte und im Jahr 2023 26 Projekte.

Mit Konzentration auf den Landkreis Mansfeld-Südharz, konnten vermehrt sozial innovative Akteure und Projekte als zu vor entdeckt werden. Dies zeigt, dass die Analyse regionaler sozialer Innovation eine detaillierte Kenntnis der regionalen Gegebenheiten, Akteurs- und Netzwerkstrukturen sowie eine kontinuierliche Recherche erfordert.

In unserer Forschung haben wir festgestellt, dass soziale Innovationen in MSH oft auf lokaler Ebene am Ort der Entstehung wirken. Gleichermaßen agieren Projekte innerhalb administrativer Grenzen, wie Gemeinden oder dem gesamten Landkreis. Zu Beginn unserer Untersuchungen schien eine Klumpung sozialer Innovationen in den Städten Sangerhausen, Eisleben und Hettstedt erkennbar zu sein. Jedoch stellte sich heraus, dass dies oft auf die bloße Präsenz von Projektbüros zurückzuführen ist. So ist zum Beispiel der Träger des Projektes „Lasst die Bildung im Dorf“ in Sangerhausen ansässig, die Projektausführung erfolgt jedoch (bewusst) in allen Einheits- und Verbandsgemeinden des Landkreises.

Die Mehrheit der identifizierten Projekte spricht eine breite Zielgruppe an. In Bezug auf die angewandten Lösungen zeigt sich eine Vielfalt, wobei bisher etwa ein Drittel der Initiativen technologische oder digitale Lösungen nutzt.

Inhaltlich zeichnet sich ein facettenreiches Bild ab, in dem unmittelbare soziale Bedürfnisse auf der Mikroebene (z.B. die Schaffung von Begegnungsräumen), gesellschaftliche Herausforderungen auf der Mesoebene (z.B. regionaler Umweltschutz) und systemische Veränderungen auf der Makroebene (z.B. Geschlechtergerechtigkeit) ineinandergreifen. Ein wiederkehrendes Thema in Mansfeld-Südharz ist die Bewältigung der Herausforderungen im Zusammenhang mit der zurückgehenden Infrastruktur im ländlichen Raum. Projekte nutzen Leerstand oder Brachflächen, darunter ehemalige Gutshöfe, Bahnhofsgebäude und Gemeindehäuser, um Treffpunkte, Begegnungsräume und soziale Orte zu schaffen. Diese werden nicht nur zu Anlaufpunkten für die Gemeinschaft, sondern fungieren auch als Initiator für weitere soziale Innovationen. Bildung und Nachhaltigkeit rücken ebenfalls in den Fokus der sozialen Innovationen im Landkreis. Projekte, die sich diesen Themen widmen, tragen dazu bei, die regionale Entwicklung auf verschiedenen Ebenen zu stärken und nachhaltige Veränderungen zu fördern.

Zu sehen ist eine Wortwolke mit Herausforderungen, denen sich soziale Innovationen in Mansfeld-Südharz widmen. Am häufigsten werden genannt: Infrastruktur ländlicher Raum, Bildung und Nachhaltigkeit. Danach folgen in absteigender Reihenfolge: Mobilität, demografischer Wandel, Fachkräftesicherung, sozialer Zusammenhalt und Nachwuchsförderung.

Die Entwicklungen in Mansfeld-Südharz verdeutlichen, dass soziale Innovationen eine entscheidende Rolle in der Gestaltung und Verbesserung strukturschwacher ländlicher Gebiete spielen können. Unsere Forschung wird fortgesetzt, um diese dynamische Landschaft weiter zu erforschen und die zahlreichen Projekte und Akteure sichtbar zu machen, die mit ihren innovativen Ideen einen nachhaltigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

*Diese Zahl beruht auf Vorarbeiten des Kompetenzzentrums Soziale Innovation Sachsen-Anhalt von 2017 bis 2022.

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