Offline in einer Online-Welt: Verständnis, Brückenbau und Perspektiven
Neun von zehn Bürger:innen in Deutschland sind mittlerweile online, trotzdem profitieren nicht alle Gruppen gleichermaßen von der Digitalisierung. Die Studie D21-Digital-Index gibt an, inwiefern die Menschen die Digitalisierung bereits in ihr Leben integriert haben und zeigt, dass insbesondere Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen und Ältere digitale Möglichkeiten seltener nutzen.
Gut die Hälfte der Offliner in Deutschland stammt aus der Generation bis 1945.* In Landkreisen wie Mansfeld-Südharz, in denen das Durchschnittsalter im Jahr 2021 bei 50,4 Jahren und damit vergleichsweise hoch liegt sowie etwa ein Drittel der Bevölkerung 65 Jahre oder älter ist**, nimmt diese Altersgruppe eine bedeutende Rolle ein.
Erfreulich ist, dass der Anteil der Offliner in Deutschland sichtbar zurückgeht und erstmals 2021 unter die Zehn-Prozent-Marke fällt. Dennoch hat sich der Anteil derjenigen, die sich in der Corona-Krise ausgeschlossen und von digitalen Möglichkeiten abgeschnitten fühlen, im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.
Insbesondere inhaltliche Hürden wie hohe Komplexität oder mangelnder Nutzen werden von Offlinern als Gründe für eine Nichtnutzung digitaler Angebote genannt. Die Ergebnisse des D21-Digital-Index zeigen außerdem:
Der Digital Skills Gap - d.h. die Lücke zwischen den digitalen Kenntnissen und Fähigkeiten in der Bevölkerung - besteht weiterhin. Auffällig ist eine Zweiteilung zwischen den Generationen, wobei die Generation der Babyboomer und ältere Generationen eher niedrige digitale Kompetenzlevel aufweisen, während ab der Generation X überdurchschnittliche digitale Fähigkeiten vorhanden sind.
Wissen digital
Die Unterschiede in den Kompetenzaspekten sind teilweise erheblich, und bei Aufgaben von hoher Komplexität können nur etwa die Hälfte der Bürger:innen diese bewältigen. Je technischer die Begriffe sind, umso weniger Menschen trauen sich selbst zu, sie richtig einzuordnen.
Offenheit
Gleichzeitig zeigt sich eine steigende Offenheit gegenüber digitalen Angeboten. So ist z.B. die Offenheit gegenüber digitalen Behandlungen durch Videosprechstunden im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie um 13 Prozentpunkte gestiegen. Unterschiede zwischen den Generationen zeigen sich jedoch auch hier. In der Generation bis 1945 wäre nur jede bzw. jeder Fünfte bereit, sich per Videosprechstunde behandeln zu lassen. Dennoch wird deutlich, dass die Relevanz digitaler Fähigkeiten generationenübergreifend in der Bevölkerung angekommen ist.
Digitale soziale Innovation
Digitale soziale Innovationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Ermöglichung von Vertrautheit mit der Digitalisierung. Diese Innovationen tragen dazu bei, Barrieren abzubauen, indem sie kreative Ansätze und Technologien nutzen, um Menschen unterschiedlichen Alters, Hintergründen und Fähigkeiten den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern.
In unserer neuen Rubrik Digitalisierung zeigen wir euch soziale Innovationen im Bereich Digitalisierung aus und in Mansfeld-Südharz, wie z.B.:
E-Health – Digitale Gesundheitslösungen
Digitale und inklusive Kommunikation
Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR)
Podcast für soziales Bewusstsein
Quellen:
*https://initiatived21.de/publikationen/d21-digital-index/2022-2023